Deckname »Maitest«: Wie die BRD vor 50 Jahren Korrespondenten von DDR-Medien zum Schweigen bringen wollte


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Am frühen Morgen klingelte es Sturm in unserer Münchner Wohnung. Dann drängten vier Beamte der politischen Polizei in Zivil in den Flur, angeführt von Staatsanwalt Dr. Paul Nappenbach. Den juristischen Flankenschutz lieferte ein richterlicher Durchsuchungsbefehl.

Über die im Grundgesetz garantierte Pressefreiheit stand dort nichts. Alles aber wurde an diesem 14. Mai 1963 im Namen des Rechtsstaats bei uns durchwühlt: Pressebüro, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche, Bad, das Kinderzimmer mit unseren aus dem Schlaf aufgeschreckten Töchtern im Alter von drei und sieben Jahren, deren Spielsachen – und auch die Kleidung an der Flurgarderobe.

Dort machte ein Beamter eine für ihn alarmierende Entdeckung: einen Polizeiausweis! Dem erregten Ruf »Herr Staatsanwalt, schauen Sie mal!« folgte bald die Enttäuschung: Der Polizist hatte die ­Jacken seiner eigenen Kollegen durchsucht …

Die von den Justiz- und Polizeibehörden der Bundesrepublik zentral koordinierte bundesweite Aktion unter dem Decknamen »Maitest« fand in etwa einem Dutzend Städte statt. Sie richtete sich gegen…

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Über urpils666

Saargebiet / Preußen Rheinprovinz / Deutsches Kaiserreich
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